Antifeminismus im Fokus:Anfang März 2026 hat NBH-Mitarbeiterin Karin Reisige im Programm Erasmus+ der Europäischen Union einen Antrag gegen Antifeminismus eingereicht.

„Wir beobachten sicherlich schon lange einen wachsenden Konsum von Gewaltpornographie vor allem bei jungen Männern – teils weit unter 18 Jahre. Doch das ist nur ein Phänomen, wie Verachtung gegenüber Frauen gelernt wird und sich äußert“, sagt Karin Reisige. Der Projektantrag nimmt daher nicht nur einzelne Symptome, sondern die Jugendarbeit insgesamt in den Blick, denn in Deutschland und Europa entstehen immer mehr frauenfeindliche Parallelstrukturen. Viele Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene sind angegliedert an extremistische Szenen, was auf den ersten Blick nicht immer sichtbar ist: Kampfsportangebote der rechtsextremen Szene, der offene Jugendtreff der Grauen Wölfe oder soziale Hilfen von Islamisten. „Und im Netz gibt es eine unendliche Fülle frauenverachtenden Contents. Da ist quasi für jeden Geschmack was dabei.“
Die Angebote für Jugendliche sind erst einmal attraktiv, ermöglichen Freizeitaktivitäten, Freundschaften und das Gefühl, etwas Besseres zu sein. Erst nach und nach zeigt sich eine zutiefst menschen- und auch selbstverachtende Ideologie von Männlichkeit und Weiblichkeit, die jedem vorschreiben will, wie man zu sein hat und wen man zu hassen hat.
„Jugendliche sollen ihr Leben nach eigenen Vorstellungen gestalten können. Wir wollen keine Jugendarbeit, die ihnen vorschreibt, wie sie zu leben haben. Dafür sind wir demokratischen Lernorte da. Die antifeministische Jugendarbeit setzt Jugendlichen enge Grenzen, schreibt ihnen vor, wie sie zu denken, fühlen und handeln haben. Wenn sie einen Staat fordern, in dem ich nicht mehr selbst über meinen Lebensentwurf entscheide, fordern sie die Abschaffung der Freiheitlichen Demokratischen Grundordnung“, sagt Karin Reisige.
Um Deep Fake Pornos zu bekämpfen bedarf es also größerer Anstrengungen. Eine entsprechende EU-Richtlinie liegt bereits seit 2024 vor und wurde immer noch nicht in nationales Recht umgesetzt. Ganz offensichtlich hatte es keine Priorität.
Die Entscheidung, ob ihr Projekt gefördert wird, fällt voraussichtlich im August. Bis dahin heißt es: Daumen drücken!