Tagung im Nell-Breuning-Haus für Historiker:innen:Um die Zukunft des Rheinischen Braunkohlereviers zu gestalten, gilt es seine Geschichte zu erkunden
Eröffnet wurde die Tagung von Corinna Franz, Dezernentin Kultur beim LVR. Sie wies auf die Bedeutung hin, die in einer multiperspektivischen Erörterung der Geschichte der Braunkohleförderung im Rheinischen Revier liegt. Dass dies in Zeiten des Wandels bedeutsam ist, um Zukunft zu gestalten, betonte Dagmar Hänel vom LVR anschließend in ihrer Einführung.
Anlass der Tagung war, dass es bisher keine integrierte historische Gesamtschau auf die Braukohleförderung im Rheinischen Revier gibt. Ein geplanter Tagungsband sowie weitere Detailbetrachtungen wollen zum Schließen dieser Lücke beitragen. Die einzelnen Beiträge thematisierten Fragen des Unternehmensaufbaus, der Kartellbildung, der Umsiedlung, der Renaturierung sowie der Energiepolitik in NRW.
In seinem Abendvortrag entwarf der Umweltforscher und Technikhistoriker Franz Uekötter einen machtkritischen Blick auf die Braunkohleförderung. „Ich warne vor einer Konsensgeschichte. Reden wir offen über Macht, Interessen, Geld im Interesse der demokratischen Gesellschaft“, so sein Apell.
Wie bedeutsam die Zusammenschau von Umweltthemen, politischen Entwicklungen, energiepolitischen Grundsatzentscheidungen und regionalen Herausforderung ist, verdeutlichte die Abschlussdiskussion. Einen Konsens gab es hier nicht, vielmehr sind viele neue Fragestellungen und neue Forschungsherausforderungen zu Tage getreten.
Das wiederum machte deutlich, wie wichtig der weitere Prozess ist und wie dieser zur Identität der Region und damit zur Zukunftsgestaltung in der Phase der Beendigung der Braunkohleförderung beitragen kann. Insofern wird die Debatte fortgesetzt werden. Hierzu als Ort der politischen Bildung beizutragen wollen wir gerne im Nell-Breuning-Haus.
