Zu Tisch - alle?!: Ausstellung einiger selbstgestalteter Geschirrteile

Im Mittelpunkt standen Fragen wie: Was ist eigentlich Gerechtigkeit? Wie werden Chancen, Ressourcen und gesellschaftliche Teilhabe verteilt? Welche Strukturen fördern Ungleichheit – und welche können sie abbauen? Und wie können Betroffene ihre Interessen sichtbar machen und vertreten?
Anhand aktueller Beispiele aus den Bereichen Wohnen, Bildung, Arbeitsmarkt und Sozialstaat setzten sich die Teilnehmenden mit unterschiedlichen Vorstellungen von sozialer Gerechtigkeit auseinander. Gleichzeitig wurden ihre eigenen Erfahrungen, Perspektiven und Ressourcen sichtbar gemacht und gestärkt.
Die Bildungswoche verband politische Bildung, persönliche Reflexion und kreative Arbeit. Dazu gehörte unter anderem die Auseinandersetzung mit dem Begriff Gerechtigkeit, das Arbeiten unter dem Titel „Vom Vorurteil zur Botschaft“. Außerdem ging es um die Unterscheidung zwischen Wahrheit, Vorurteil und Hörensagen.
So wurde deutlich: Wenn Menschen ihre Erfahrungen benennen, einordnen und öffentlich machen können, entstehen neue Möglichkeiten der Teilhabe. Teilhabe und gesellschaftlicher Zusammenhalt stärken Demokratie.
Zum Abschluss der Woche stand die Frage im Raum: Wie wird jede und jeder an einen gemeinsamen Tisch geholt? Die Teilnehmenden bereiteten den Tisch und ihre Themen bewusst für ein anstehendes Tischgespräch vor.
Sie gestalteten eigenes Geschirr mit wichtigen Botschaften und Bildern aus ihrer Lebenswelt. So wurde das Geschirr zu einem sichtbaren Ausdruck ihrer Erfahrungen, Wünsche und Forderungen. Der gedeckte Tisch bekam damit eine persönliche und politische Bedeutung: Er zeigte, dass jede Stimme zählt und dass Beteiligung dort beginnt, wo Menschen ernst genommen werden.
Mit dem gestalteten Geschirr wurde der Tisch gedeckt. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden an einer langen Tafel mit Vertretern aus Politik, Kirche und Arbeitsloseninitiativen.
Das diesjährige Jahresmotto der kirchlichen Arbeitsloseninitiativen „Zu Tisch – alle?!“ wurde so mit Leben gefüllt als ein realer Ort politischer Bildung und demokratischer Teilhabe – ein gemeinsamer Ort für Austausch, Haltung und Mitwirkung.